Der neue Focus RS - Pressemitteilung

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Pressemitteilung vom 28.01.2009
Der neue Ford Focus RS

1. Der neue Ford Focus RS – die Entstehung

„Der neue Ford Focus RS ist ein echter Sportler. Mit seinen Fahrleistungswerten, seiner Traktion und Lenkpräzision fordert er weitaus exotischere Automobile heraus. Er ist der beste Beweis dafür, dass wir das ,RS‘-Logo nicht leichtfertig verleihen.“
Jost Capito, Director Global Performance Vehicles & Motorsport Business Development

Die 40-jährige Historie der legendären Marke Ford RS blickt einem neuerlichen Höhepunkt entgegen: Sechs Jahre nach dem Produktionsende seines in streng limitierter Auflage hergestellten Vorgängers geht jetzt der Ford Focus RS zweiter Generation an den Start – mit einer Topleistung von 224 kW (305 PS) nochmals stärker und schneller. Das Highperformance-Fahrzeug ist das kraftvollste Modell, das je bei Ford in Europa vom Band gelaufen ist. Bereits aus diesem Grund trägt er das von vielen Fans verehrte Signet, das Ford nur außergewöhnlichen Sportversionen zugesteht, zu Recht.

RS – eher Ereignis als konventionelles Automobil
Der neue Ford Focus RS ist das Werk der Sportwagen- und Motorsportspezialisten des Ford TeamRS mit Jost Capito an der Spitze, einem erklärten Automobil-Enthusiasten und Vollblut-Racer. Auch die Projektleitung lag in den Händen eines renommierten Experten: John Wheeler kann, was Hochleistungs- und Wettbewerbsfahrzeuge betrifft, auf mehr als 20 Jahre Berufserfahrung zurückblicken.

Bei der Entwicklung der Highperformance-Serienmodelle von Ford kooperiert das TeamRS Hand in Hand mit Ingenieuren aus nahezu allen Fachbereichen. Allein in das Projekt Ford Focus RS waren mehr als 100 Spezialisten von Ford Europa involviert – wohl wissend, dass sich ein neues Mitglied dieser elitären Modellfamilie stets besonders hohen Erwartungen stellen muss.

„Ein neuer Ford RS ist immer ein besonderes Ereignis“, betont Capito. „Wir verleihen dieses Logo nicht sehr oft; und wenn, dann nur ausgesuchten Fahrzeugen, die dieser Bezeichnung auch würdig sind – wie dem neuen Ford Focus RS, der diesen Namen völlig zu Recht trägt.“

Entsprechend ehrgeizig definierten die Väter des Ford Focus RS die Eckdaten des neuen Modells und kreierten aus fabelhaften Zutaten ein hochattraktives Ergebnis – denn die beispielhafte Robustheit der erfolgreichen Kompaktklasse-Baureihe verleiht dem potenten Fronttriebler in Kombination mit einem 224 kW (305 PS) starken 2,5-Liter-Duratec-Turbomotor ein exzellentes Preis/Leistungs-Verhältnis. Tatsächlich nimmt es der neue RS in puncto Kraft und Rassigkeit, Fahrleistungen und Fahrverhalten mit deutlich exotischeren Konkurrenten auf – im täglichen Straßenverkehr und auch auf abgesperrten Rennstrecken wie zum Beispiel der legendären, 20,8 Kilometer langen Nordschleife des Nürburgrings.

Der Startschuss
Noch vor dem Produktionsende des Ford Focus RS erster Generation stellte das Ford TeamRS die Weichen für das Nachfolgemodell – überraschenderweise durch die Arbeit am Ford Focus ST, der damals bereits kurz vor der Serienreife stand.

„Schon der 166 kW (225 PS) starke ST übertraf den ersten Ford Focus RS in puncto Spitzenleistung um zehn PS, das Drehmoment seines 2,5 Liter großen Duratec-Motors schnellte auf 320 Newtonmeter hoch“, erläutert John Wheeler. „Für das formidable Chassis des neuen Ford Focus stellte diese hohe Kraftausbeute überhaupt kein Problem dar. Damit formatierte der ST unsere Erwartungen an das RS-Modell völlig neu und bot uns zugleich eine hervorragende Ausgangsbasis, auf der wir aufbauen konnten.“

Hinzu kommt: Die Experten von Ford vertrauten nicht allein eigenen Einschätzungen, sondern berücksichtigten auch die Wünsche und Meinungen ihrer Kunden. „Wir pflegen einen intensiven Kontakt mit RS-Besitzern und -Fans in ganz Europa“, so Wheeler. „Ihre Ansprüche, ihre Kritik und ihr Lob haben unseren Blick geschärft. Der erste Ford Focus RS besaß ganz bewusst eine Art ,World-Rally-Car‘-Charakteristik, entsprechend extrem präsentierte sich die limitierte Auflage. Diese Ausrichtung einfach zu kopieren, wäre in unseren Augen zu einfach gewesen. Die Kommunikation mit RS-Fahrern und -Freunden hat uns maßgeblich geholfen, die Alltagstauglichkeit des neuen Modells weiter zu verbessern.“

Heraus kam für die Entwickler eine kurze, deswegen aber nicht minder anspruchsvolle Prioritätenliste. Sie abzuarbeiten, glich fast einer Quadratur des Kreises. Dennoch lösten die Experten des TeamRS diese Aufgabe mit Bravour: Der neue Ford Focus RS wartet mit der Performance und dem gleichen sportlichen Handling auf wie sein Vorgänger, zeichnet sich zugleich aber durch eine höhere Motorleistung aus, hält den besonderen Belastungen auf Rennstrecken locker stand und überzeugt darüber hinaus im täglichen Straßenverkehr mit größeren Komforteigenschaften.

Die Entwicklung des Hochleistungs-Topmodells profitierte zugleich von der besonders innovativen und flexiblen Fertigungs-Technologie, mit der Ford Europa die neue Ford Focus-Baureihe produziert. „Dank unserer ,Flexible Manufacturing Strategy‘ kann die RS-Version vom gleichen Band laufen wie die übrigen Versionen dieser Modellfamilie. Dies erübrigte große Investitionen in Produktionsanlagen oder die Einrichtung einer eigenen Kleinserien-Fertigung“, erläutert Jost Capito.

„Mit dem neuen Ford Focus RS, der seit Ende 2008 vom Band läuft, krönen wir den zehnten Geburtstag der gesamten Baureihe und feiern einen neuerlichen Höhepunkt in der 40-jährigen Geschichte der Marke RS“, so Capito weiter. „Dass wir diese Ereignisse auch noch mit zwei aufeinanderfolgenden Titeln als Rallye-Teamweltmeister anreichern konnten, zeigt, dass dieses neue Topmodell genau zur rechten Zeit debütiert.“

Eine Klasse besser
Der neue RS ist nicht nur der schnellste Ford Focus aller Zeiten, sondern auch der stärkste Fronttriebler, den Ford Europa je in Serie gebaut hat. Mehr noch: Wenn der Ford Focus RS Anfang 2009 in den Handel kommt, ist dieses Fahrzeug das derzeit einzige Modell mit angetriebenen Vorderrädern, das mit mehr als 300 PS aufwarten kann – ein weiterer Indikator für die technische Herausforderung, die das Ford TeamRS gemeistert hat.

„Die Geschichte der Marke RS ist gekennzeichnet von einzigartigen Fahrzeugen, die sich durch ganz unterschiedliche Charakteristiken voneinander unterscheiden“, so Wheeler. „Der neue RS vereint genau jene Eigenschaften in sich, die wir erreichen wollten. Wir haben ihn nicht als Konkurrent zu irgendeinem bereits existierenden Modell entwickelt.“

Der Delfin und der Hai
Mit dem Ford Focus ST hatte das TeamRS eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung des neuen RS geschaffen. Das 166 kW (225 PS) starke Modell legte zugleich aber auch die Messlatte hoch, die es zu übertreffen galt. Zu den wichtigsten Aufgaben, die gleich zu Beginn des Projekts gelöst wurden, zählte dabei die messerscharfe Positionierung beider Versionen und die klare Differenzierung der individuellen Philosophien. Vom Design über den Antrieb und die Kraftübertragung bis hin zu Fahrwerk, Sicherheit und Komfort – Experten aus unterschiedlichsten Bereichen haben an dieser neuen Ford Focus-Version mitgearbeitet. Um ihnen die abweichenden Anforderungen und Eigenschaften des ST und RS anschaulich darzustellen, ersannen die Spezialisten des TeamRS eine prägnante Analogie: den Vergleich zwischen „Delfin“ und „Hai“.

„Der Ford Focus RS soll sich vom ST ebenso deutlich unterscheiden wie ein Hai von einem Delfin“, erläutert Capito die ungewöhnliche Methode. „Bei beiden Tieren handelt es sich um besonders hoch entwickelte Lebewesen, die sich jeweils perfekt ihrem Lebensraum angepasst haben und daher ganz unterschiedliche Talente perfektionierten. Das gleiche gilt für RS und ST. Letzterer wird zum Beispiel durch seine harmonische Balance zwischen Sportlichkeit und hoher Laufkultur gekennzeichnet – Eigenschaften, die der RS völlig anders gewichtet. Es hat uns immer wieder selbst überrascht, wie perfekt dieses Bild funktioniert.“

Der neue RS übernimmt nichts weniger als die Rolle des ultimativen Serien-Ford Focus. Im Einklang mit seiner Tradition steht bei ihm die Leistungsfähigkeit deutlicher im Vordergrund. Dabei kommt seiner Performance auf der Rennstrecke eine ebenso große Bedeutung zu wie den Fahreigenschaften im täglichen Straßenverkehr. Jeder einzelne Aspekt, der für die Fahrdynamik und die Standfestigkeit von Bedeutung ist, wurde umfassend betrachtet und anhand anspruchsvoller Kriterien neu bewertet – ein aufwändiger Prozess, wie er sonst nur für die Konzeption völlig neuer Baureihen zum Einsatz kommt.

Allen Unterschieden zum Trotz – rein technologisch vereint beide Modelle eine charakteristische Besonderheit: Sie treiben jeweils ihre Vorderräder an. Eine Lösung, die sich angesichts ihrer hohen bis sehr hohen Motorleistungen keinesfalls zwangsläufig anbietet, die vom TeamRS aber dennoch seit einem frühen Zeitpunkt der Entwicklung favorisiert wurde. „Wir haben von Beginn an auf Frontantrieb gesetzt“, bestätigt Dirk Densing, Chefingenieur des Ford TeamRS. „Allradsysteme sind teuer, schwer, bringen Reibungsverluste mit sich und treiben schlussendlich auch den Treibstoffverbrauch in die Höhe. Um diese Nachteile auszugleichen, hätten wir Kompromisse in puncto Fahrdynamik eingehen müssen. Dazu waren wir nicht bereit. Solange wir die angepeilte Leistungsfähigkeit ohne störende Lenkeinflüsse erreichen können, ist ein frontangetriebenes Fahrzeug die bessere Lösung – leichter und mit einem präziseren Einlenkverhalten gesegnet, das zudem von lineareren Rückmeldungen begleitet wird. Dank der Arbeit unserer Entwickler im Ford Forschungszentrum Aachen erfüllt der neue RS genau diese Anforderungen und überzeugt mit einem eigenständigen Ansatz.“

Neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Ford Focus
Der neue Ford Focus RS setzt sowohl in der Geschichte dieser erfolgreichen Mittelklasse-Baureihe als auch für das traditionsreiche RS-Emblem einen bemerkenswerten Meilenstein. 1998, also vor rund zehn Jahren, gab die Ford Focus-Familie auf dem Automobilsalon von Genf ihr beachtetes Weltdebüt. Sie ebnete den Weg für eine Vielzahl folgender Modelle, die sich durch ihr markantes und attraktives Design ebenso auszeichnen wie durch eine bemerkenswerte Fahrqualität, die in ihren Klassen seither Maßstäbe setzt. Mehr als 5,5 Millionen Exemplare rollten bis heute in Europa inklusive Russland vom Band. Auch in Nordamerika, Asien und Südafrika wird der Ford Focus produziert.

Voller Stolz trägt auch die jüngste Generation dieses Erfolgsmodells wieder das berühmte RS-Logo. Sie führt damit eine Tradition fort, die bis heute vier Jahrzehnte und zahlreiche besonders sportliche Ford umfasst, die praktisch ohne Ausnahme längst zu automobilen Legenden zählen.

„Die Marke RS gehört zu den zentralen Bausteinen der sportlichen Historie von Ford“, fasst Jost Capito zusammen. „Zugleich hat die Ford Focus-Baureihe unseren Ruf als Anbieter von Fahrzeugen begründet, die sich insbesondere durch ihre exzellente Fahrdynamik auszeichnen. Der neue Ford Focus RS ist die perfekte Kombination dieser beiden Erfolgsgeschichten – ein echter RS und ein echter Ford Focus zugleich.“



2. Der neue Ford Focus RS – die Kraft

„Das Herzstück eines jeden Hochleistungsfahrzeugs bildet stets ein großartiger Motor. Bei der Entwicklung des Turbo-Aggregats des neuen Ford Focus RS haben wir nicht die schnelle Lösung gesucht, sondern unsere Hausaufgaben mit aller Sorgfalt gelöst. Das Ergebnis ist ein Präzisions-Kraftwerk besonderer Güte.“
Len Urwin, Powertrain Manager, Ford TeamRS

Ein Großteil des unverwechselbaren Charakters des neuen Ford Focus RS basiert auf den Eigenschaften seines aufgeladenen Duratec RS-Motors, der aus 2,5 Liter Hubraum eine maximale Leistung von 224 kW (305 PS) bei 6.500 Umdrehungen schöpft. Sein Drehmoment erreicht zwischen 2.300 und 4.500 Touren einen konstanten Spitzenwert von 440 Newtonmetern.

Bemerkenswerter Highperformance-Motor
Mit Ausnahme der fundamentalen Strukturen teilen sich die Turbo-Fünfzylinder des Ford Focus RS und ST keine weiteren Gemeinsamkeiten. Die Spezialisten des TeamRS schlossen die Möglichkeit, die angestrebte Mehrleistung des stärkeren Aggregats lediglich durch Eingriffe ins Motormanagement zu erzielen, von Beginn an als untaugliche und eines wahren RS-Modells unwürdige Maßnahme aus.

„Wir haben ein ,Chiptuning‘ der ST-Maschine nie ernsthaft in Erwägung gezogen“, bestätigt Len Urwin, Powertrain-Manager Ford TeamRS. „Zwar untersuchten wir verschiedene Wege, die Leistung des ST-Vierventilers zu steigern – ohne jedoch die von uns gewünschte Kombination aus Kraftentfaltung, Motorcharakteristik und Standfestigkeit zu erzielen. Also entschieden wir uns für ein eigenständiges RS-Aggregat, das allerdings die ST-Einheit als Basis nimmt.“

Kernziel der Ingenieure: eine deutliche Steigerung der Kraft- und Drehmomententwick­lung, selbstverständlich ohne Kompromisse bei der Haltbarkeit. Umfangreiche Maßnahmen und Eingriffe in das Innenleben des Motors halfen, die ehrgeizigen Vorgabe zu erfüllen. Hierzu gehört zum Beispiel eine angepasste Zylinderkopfdichtung ebenso wie die spezielle Beschichtung der Zylinderwände – die eine höhere Standfestigkeit garantiert – und überarbeitete Ventile, aber auch das besonders präzise gestalte Profil der Nockenwellen sowie Pleuel, die über größere Lager am oberen Ende verfügen.

Die markantesten Modifikationen allerdings betreffen das überarbeitete Ansaugsystem, den Auspuffkrümmer und den größeren Turbolader vom Typ Borg Warner K16. Mit einem maximalen Arbeitsdruck von 1,4 bar übertrifft er jenen des Ford Focus ST (0,7 bar) um das Doppelte und ermöglicht auf diese Weise die 35-prozentige Leistungssteigerung.

Um das gewünscht spontane Ansprechverhalten des Motors zu garantieren, rückten Urwin und sein Team drei Teilbereiche in den Mittelpunkt:

die optimale Integration des Turboladers in den Auspuffkrümmer. Sie bietet gleich mehrere Vorteile: die besonders exakte Feinabstimmung des Abgassystems und die strategisch günstige Anordnung des Laders in unmittelbarer Nähe der Zylinderbank. Dies wirkt sich positiv auf das Crash-Verhalten aus und minimiert darüber hinaus den Anpassungsbedarf des Auspuffsystems sowie der Öl- und Wasserleitungen;
die sorgsame Dimensionierung des Turboladers, um eine ähnlich spontane Gasannahme zu erreichen, wie sie der Ford Focus ST bietet;
die Reduzierung von Strömungsverlusten auf der Ansaug- und Auspuffseite.
Zur eigenständigen Grundcharakteristik des Ford Focus RS-Motors gehört auch ein progressiver Leistungsaufbau, der den subjektiven Eindruck souveräner Kraftentwicklung nochmals betont. Ein Effekt, den die Spezialisten des TeamRS durch einen entsprechend modifizierten Drehmomentverlauf bei vollem Ladedruck zusätzlich unterstreichen.

„Einerseits wollten wir das gleiche Ansprechverhalten wie im Falle des Ford Focus ST realisieren und das Phlegma vermeiden, das für große Turbos sonst typisch ist“, erklärt Urwin. „Andererseits soll sich der RS-Motor aber auch deutlich von seinem ST-Pendant unterscheiden, der Druckaufbau des Laders und der damit verbundene Zuwachs an Schub deutlicher spürbar sein.“

Der Turbomotor spricht ohne große Verzögerungen an und erreicht bei 6.500 Umdrehungen seine Höchstleistung von 224 kW (305 PS). Sie steht bis zum sanft bei 7.050 Touren einsetzenden Drehzahlbegrenzer konstant zur Verfügung. Folgt kein Gangwechsel, regelt die Motorelektronik das Drehzahllimit nach drei Sekunden auf die maximale Dauerdrehzahl von 6.500/min zurück, um den Fünfzylinder zu schonen und vor Überlastung zu schützen.

„Turbomotoren mit einem sehr flachen Leistungs-Plateau wirken im oberen Drehzahlbereich oftmals kraftlos, so als würde ihnen die Luft ausgehen“, so Urwin. „Der neue Ford Focus RS hingegen überzeugt mit einer ausgeprägten Drehfreude bis an den Begrenzer – ein Ergebnis unserer Feinabstimmungsarbeit, auf das wir sehr stolz sind. Bei mittleren Drehzahlen packt das RS-Aggregat mächtig an, um obenheraus agil und quirlig zu wirken.“

Linear einsetzende Motorleistung
Der opulenten PS-Leistung zum Trotz: Der erste Eindruck schier unbändiger Kraft geht auf das Konto der beeindruckenden Drehmomentkurve, die den neuen Ford Focus RS auch bei schaltarmer Fahrweise zu imposanten Beschleunigungsleistungen beflügelt. So steht von 2.300 bis 4.500 Touren konstant ein maximales Drehmoment zur Verfügung, das mit 440 Newtonmeter den Bestwert des Ford Focus ST um 38 Prozent übertrifft – und auf diese Weise in praktisch jedem Gang bei nahezu jeder Geschwindigkeit spontan für satten Vortrieb sorgt. Len Urwin: „Die Kombination aus direktem Ansprechverhalten bei niedrigen Drehzahlen und einem maximalen Drehmoment von 440 Nm ist ein beachtenswertes Resultat – Daten, mit denen noch vor wenigen Jahren allenfalls sogenannte Supersportwagen aufwarten konnten. Es verleiht dem neuen Ford Focus RS einen scharfen Antritt aus dem Drehzahlkeller heraus und erfreut auf diese Weise sportlich orientierte Fahrer ebenso wie jene, die gerne im großen Gang dahingleiten.“

Präzise abgestimmte Getriebe-Übersetzung
Das 6-Gang-Schaltgetriebe des Ford Focus RS basiert auf dem Aggregat des Schwestermodells ST, von dem es auch die Übersetzung der einzelnen Gänge übernimmt. Dem höheren Leistungsniveau entspricht es durch angepasste Lager, einem modifizierten Kupplungsgehäuse und einem stärker dimensionierten Differenzial. Die Gesamtübersetzung wurde um ein Prozent verlängert und gleicht so den größeren Abrollumfang der speziell für den ST entwickelten Sportreifen aus. Effekt: Die für die Beschleunigungsmessung bedeutsame 100-km/h-Marke durchbricht das sportliche Topmodell der Baureihe im zweiten Gang – einer von vielen Belegen, welches Interesse das Entwicklerteam auch kleineren Details gewidmet hat.

Das Differenzial sorgt für die Differenz
Unterstützung bei der anspruchsvollen Aufgabe, das immense Drehmoment des Ford Focus RS sicher auf die Straße zu bringen, erhält die angetriebene Vorderachse von einer speziell entwickelten Quaife-Differenzialsperre. Dieses System – ursprünglich für das noch mit einem 5-Gang-Getriebe ausgerüstete Vorgängermodell konzipiert – erhielt vor dem Einsatz im neuen RS mit sechs Vorwärtsgängen eine intensive Überarbeitung. Per Computer-aided-Engineering (CAE) identifizierten die Ingenieure des Ford TeamRS jene Bereiche, die sie angesichts der höheren Belastung gezielt verstärkten. In aufwändigen Prüfstand- und Praxistests optimierten sie zudem das Ansprechverhalten des Sperrdifferenzials und den Drehmoment-Transfer zwischen den beiden Vorderrädern. Erfolg: ein nochmals dynamischeres Fahrverhalten auch unter voller Beschleunigung.

„Wir haben das Sperrdifferenzial des RS insbesondere im Hinblick auf eine progressivere Drehmomentverteilung nochmals feiner abgestimmt“, erklärt Urwin. „Unser Ziel war es, auf trockener wie auf nasser Fahrbahn, für Landstraßen und auch für den Rennstreckeneinsatz die richtige Balance für eine perfekte Fahrbarkeit zu finden.“

Komplexe Kühlsysteme
Eine so deutliche Leistungssteigerung, wie es bei der Highperformance-Version des 2,5-Liter-Duratec-Motors der Fall ist, löst automatisch auch einen signifikant höheren Kühlbedarf aus. Ford reagiert auf diese Anforderung mit einer zweigleisigen Strategie:

umfangreicher dimensionierten Kühlern;
einem hierauf abgestimmten Aerodynamikpaket, das die notwendige Kühlluftzufuhr garantiert.
„Rund 80 Prozent der externen Kühlung für den Ford Focus RS“, so Len Urwin, „tritt durch den unteren Lufteinlass der Frontschürze ein. Entsprechend groß war die Aufmerksamkeit, die unsere Aerodynamik-Spezialisten der Form, Größe und Gestaltung der Abdeckung widmeten.“

So fiel der zentrale Kühllufteinlass rund 30 Prozent voluminöser aus als zum Beispiel beim Schwestermodell Ford Focus ST. Die präzise Führung der Luft unterbindet mögliche Streuverluste. Zugleich wurde der Frontsplitter – also die Unterkante des Spoilers – ebenso wie die Bugschürze im Windkanal und mittels hochmoderner CFD-Technologie (Computational Fluid Dynamics = rechnergestützte Strömungssimulationen) weiter optimiert, um die Anströmung der trapezförmigen Luftöffnung zu verbessern. Für den harten Einsatz auf Rennstrecken bieten die kleineren, ebenfalls trapezförmigen Einlässe am Rand der großen Öffnung die Option auf zusätzliche Kühlluft. Beim Serienmodell sind sie dezent von einer Blende verschlossen.

Eine ebenfalls wichtige Funktion übernehmen zwei weitere charakteristische Design-Merkmale des RS: die in die Motorhaube integrierten Lüftungsöffnungen. Urwin: „Sie leiten bei stehendem Fahrzeug die Wärme aus dem Motorraum ab, bevor sich dort ein Hitzestau entwickeln kann. Dies ist speziell nach intensiver Beanspruchung, wie sie zum Beispiel auf Rennstrecken oder nach schneller Autobahnfahrt auftritt, von großer Bedeutung. Sie besitzen also eine konkrete Funktion.“

Der neu entwickelte, um 25 Prozent voluminöser gestaltete Kühler sowie ein ebenso großzügig dimensionierter Ölkühler mit 14-lagig angeordneten Wasser-Lamellen halten den Temperaturhaushalt des Ford Focus RS selbst bei engagierter Fahrweise sicher unter Kontrolle. Dies hat der Hochleistungs-Sportler bei ausgiebigen Testfahrten unter extremen äußeren Bedingungen – wie sie in Arizona, Süditalien und den österreichischen Alpen sowie auf verschiedenen Rennkursen Europas auftreten – nachhaltig unter Beweis gestellt.

„Auch wenn uns die wegweisende CFD-Technologie vor allem zu Beginn der Entwicklung der RS-Kühlung sehr weitergeholfen hat: Reale Versuche ersetzen kann sie nicht“, erläutert Urwin. „Wir haben viel Zeit damit verbracht, erste Prototypen zu testen – im Windkanal ebenso wie durch die Konfrontation mit klimatischen Extremen.“

Optimierte Einlassseite
Der Turbomotor des Ford Focus RS kann dank einer bis ins Detail optimierten Ansaugseite mit minimierten Reibungsverlusten besonders frei atmen. Dabei profitiert er vor allem von einer neu entwickelten, an der Karosserie angeflanschten Airbox mit doppeltem Einlass und zylindrischen Luftfiltern, die mit geringem Luftwiderstand aufwarten. Außergewöhnliche Effizienz zeichnet auch die Zu- und Abführungen des Laders sowie des voluminös konzipierten, überaus wirkungsvollen Ladeluftkühlers aus. Eigens für den neuen RS entworfen, senkt er die Temperatur des Ansauggemischs von 160 Grad Celsius auf maximal 60 Grad. Vorteil: Die kühlere Luft erhöht den Wirkungsgrad und damit auch die Leistungsfähigkeit des Motors.

Aufwändig konstruierte Abgasseite
Zu den technologischen Besonderheiten des neuen Ford Focus RS zählt auch seine aufwändig konstruierte Sportauspuffanlage mit integriertem Katalysator. Ihre Vorteile: Sie hilft einerseits, die derzeit gültigen Abgasnormen einzuhalten, und verbessert andererseits den Abgasstrom bei gleichzeitig reduziertem Abgas-Rückstau.

Dabei übernimmt der RS das grundsätzliche Layout des Auspuffkrümmers und die Integration des Turboladers fast ebenso unverändert vom Ford Focus ST wie das folgende Anschlussrohr. Lediglich die Aufhängungselemente wurden dem um 20 Millimeter tiefer positionierten Fahrwerksrahmen angepasst. Weitere Modifikationen betreffen den 4,2 Liter großen Mittelschalldämpfer – der dem um sieben auf nunmehr 62 Liter vergrößerten Treibstofftank Rechnung trägt – sowie den neuen Endschalldämpfer. Im Heckbereich garantieren die beiden jeweils 100 Millimeter im Querschnitt messenden Auspuffendrohre im exponierten „Trompeten“-Design nicht nur eine sportliche Optik, sondern reduzieren nochmals den Staugegendruck.

Ein ansprechendes Styling ist nur ein Kriterium, an dem RS-Kunden die Auspuffanlage ihres Fahrzeugs messen – mindestens ebenso große Bedeutung kommt für sie dem dazu gehörigen kraftvollen Klang zu. Um diesem Sportmodell einen adäquaten Sound zu verleihen, zählte bei der Entwicklung des Antriebsstrangs auch die möglichst attraktive Komposition aus Ansauggeräuschen und Auspuffklängen zu den wesentlichen Aspekten.

Um diesen Effekt nochmals zu verstärken, integrierten die Spezialisten des TeamRS gar einen sogenannten „Sound Symposer“. Durch die Übertragung ausgesuchter Motorgeräusche und Frequenzen in den Innenraum unterstreicht dieses System das charakteristische RS-Feeling und verleiht diesem Modell auf diese Weise eine kantige, an Wettbewerbsfahrzeuge erinnernde Note, die ihn klar vom Ford Focus ST unterscheidet.

Besondere Begeisterung unter echten Automobil-Enthusiasten dürfte eine akustische Extravaganz auslösen, für die sich die Antriebsspezialisten vom World Rally Car auf Ford Focus-Basis inspirieren ließen: eine Art Spätzündung, die bei Gaswegnahme den charakteristischen Plopp-Geräuschen der Rallye-Geräte ähnelt. Die aggressiver abgestimmte Leerlauf-Drehzahl und ein kerniger Motorklang unterstreichen die Reminiszenzen an den Motorsport. Selbstredend erfüllt der Ford Focus RS dennoch alle Geräuschemissions-Richtlinien der EU sowie die hohen internen Normen, die Ford bezüglich des Treibstoffverbrauchs und der Standfestigkeit anlegt.

„Wir haben den Rahmen, in dem wir uns bei einem Serienmodell bewegen können, ausgereizt“, erläutert Urwin. „Es steht außer Frage, dass wir auch bei der Motorenentwicklung für den Ford Focus RS die Vorbeifahrgeräusch-Limits der EU strikt einhalten, die Abgasemissions-Standards erfüllen und einen in dieser Klasse niedrigen Treibstoffverbrauch ermöglichen. Dennoch ist es uns gelungen, diesem Hochleistungs-Aggregat ein faszinierendes Arbeitsgeräusch zu verleihen – durch das sorgfältige Abwägen zahlloser Einzelteile und großer Hingabe für Detaillösungen.“



3. Der neue Ford Focus RS – die Fahrleistungen

„Die Entwicklung eines 224 kW (305 PS) starken Hochleistungsfahrzeugs mit Frontantrieb stellt eine große konstruktive Herausforderung dar – ebenso wie die Aufgabe, aus ihm ein echtes Fahrer-Auto zu machen, das keine falschen Kompromisse eingeht.“
Dirk Densing, Chief Engineer Ford Focus RS

Das überaus beachtliche Leistungsangebot des neuen Ford Focus RS stellt nur eine Seite der Medaille dar. Diese Kraft in begeisternde Fahrleistungswerte und gesicherte Traktion umzusetzen, die andere – eine Herausforderung, der sich die anerkannten Fahrdynamik-Experten von Ford unter der Leitung ihres Chefingenieurs Dirk Densing gerne und erfolgreich gestellt haben. Denn das Resultat kann sich sehen lassen: Der stärkste und schnellste Serien-Ford Focus aller Zeiten beschleunigt in 5,9 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht auf der Autobahn eine Höchstgeschwindigkeit von 263 km/h.

Projektleiter John Wheeler und sein Mitarbeiter Densing – dessen entspanntes Auftreten gerne über seine Begeisterung für und Erfahrung mit sportlichen Fahrzeugen und im Motorsport hinwegtäuscht – zeichnen für eine Abstimmung verantwortlich, die ganz konventionell über die mechanischen Parameter des Fahrwerks puren Fahrspaß vermittelt. Oder anders ausgedrückt: Die Entwickler verzichteten auf die simple Lösung, einfach die zur Verfügung stehende Motorleistung mit Hilfe elektronischer Regelsysteme zu gängeln und zu beschneiden, um die Überforderung der Antriebsachse zu kaschieren.

Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei eine innovative Vorderradaufhängung, die sogenannte „Revo“-Achse. Schon früh erkannten die Experten des TeamRS, dass diese spezielle Neuentwicklung des Ford Forschungszentrums Aachen gerade für das außergewöhnlich leistungsstarke RS-Modell mit Frontantrieb bemerkenswerte Vorteile bietet. Sie ist es, die in Kombination mit der jeweils um 40 Millimeter breiter ausgelegten Spur die Umsetzung einer Idee erlaubt, die zuvor als nicht realisierbar galt: die Konstruktion eines über 300 PS starken Fronttrieblers, der nicht nur alle Bedingungen des täglichen Straßenverkehrs problemlos meistert, sondern in vielen Situationen sogar gleichstarke Sportwagen mit Allradantrieb in den Schatten stellt.

Zugleich nutzten die Fahrwerksexperten des TeamRS rund um den erklärten Abstimmungsspezialisten David Put ausgiebige Testfahrten über Straßen unterschiedlichster Qualitäten und erzielten durch ständige Detailverbesserungen auch in puncto Komfort eine elegante Lösung. Der neue Ford Focus RS bügelt Wellen und Blessuren unzulänglicher Fahrbahnoberflächen ebenso souverän weg, wie er sich für schnelle Runden auf topfebenen Rennstrecken eignet.

„Auch wenn es sich einfach anhören mag: ein potentes Wettbewerbsgerät in ein Fahrzeug mit der uneingeschränkten Alltagstauglichkeit eines jeden Ford Focus zu verwandeln, das in jedem Moment den Wechsel vom unproblematischen Straßenauto zum Supersportler für die Rennstrecke vollziehen kann, ist eine echte Herausforderung“, erläutert Wheeler. „Es bedarf der Kombination aus innovativer Technologie und maßstäblicher Fahrdynamik sowie der Erfahrung eines Abstimmungs-Experten wie David Put, damit dies möglich wird.“

Beachtlichte Durchzugskraft
Die Zähmung des mit 440 Newtonmetern imposanten Drehmoments und seiner Auswirkung auf die Lenkung des frontgetriebenen RS erwies sich dabei für die Ingenieure von Ford als zentrale Aufgabe. Unerwünschte Lenkeinflüsse treten vor allem dann auf, wenn harte Beschleunigung mit Kurvenfahrt und/oder unebenen Straßenoberflächen kombiniert werden muss. Für den Fahrer äußern sie sich durch ein plötzliches Zerren am Volant, das ihn beeinflusst und die Lenkpräzision ebenso mindert wie die Performance.

„Antriebseinflüsse in der Lenkung gehen auf ungleiche Traktionsverhältnisse zwischen den beiden angetriebenen Vorderrädern zurück“, erklärt Wheeler. „Bei Geradeausfahrt auf einem ebenen Fahrbahnbelag können beide Räder das gleiche Drehmoment übertragen, alles ist ausgewogen. Schwieriger wird es, wenn dieses Gleichgewicht aus der Balance gerät. Um Lenkeinflüsse zu minimieren, stehen bei einem Fronttriebler zwei Aspekte im Vordergrund: Das Zentrum des äußeren Gleichlaufgelenks sollte auf einer Linie mit der Lenkachse liegen, der Radmittelpunkt möglichst nah dran. Dies ist besondes bei sportlich orientierten Fahrzeugen mit ihren breiten Rädern von großer Bedeutung.“

Der physikalische Hintergrund: Das durch die Antriebswellen übertragene Drehmoment wirkt sich auf zweifache Art aus. Zum einen sorgt es über die Kontaktflächen der Reifen für Vortrieb. Andererseits übt es aber auch eine Kraft auf das Rad selbst aus und beeinflusst auf diesem Wege die Lenkung umso mehr, je weiter entfernt sich das Radzentrum von der Lenkachse befindet. Aus diesem Grunde besitzt die Minimierung dieses Abstands bei der Konstruktion der Achsgeometrie oberste Priorität.

Hinzu kommt: Bei breiten Reifen und/oder auf unebenen Straßen kann sich die Kontaktfläche des Pneus von der Mitte der Lauffläche auch zur inneren oder äußeren Seite verschieben und die Lage auf diese Weise zusätzlich komplizieren. Auch ein Sperrdifferenzial – speziell, wenn es zu abrupt schließt oder öffnet – wirkt sich verschärfend aus.

Kurz gesagt: Mit seiner üppig dimensionierten Bereifung, der breiten Spur, dem außerhalb der Lenkachse liegenden Mittelpunkt der vorderen Räder und einem serienmäßigen Sperrdifferenzial sorgte der neue Ford Focus RS dafür, dass die Experten des Ford TeamRS genügend Ansatzpunkte für Detailverbesserungen und den Einsatz der innovativen „Revo“-Achs-Technologie vorfanden.

„Revo“-Vorderachse: Hightech feingetunt
Die Entwicklung der „Revo“-Vorderachse begann im Jahr 2001 als Reaktion auf den Trend, immer drehmomentstärkere Turbodiesel auch mit kleinen Fronttrieblern zu kombinieren. Da sie in puncto Konstruktion und Integration im Auto einen völlig eigenständigen Ansatz verfolgt, besitzen das Ford Forschungszentrum Aachen und das Ford TeamRS ein exklusives Patent auf diese Innovation, die von Beginn an unter der Obhut des Projektleiters Marc Simon stand. Zwar gibt die „Revo“-Achse im Ford Focus RS ihr Debüt in einem Serienfahrzeug, dennoch können Simon und sein Team bereits auf außergewöhnliche Praxiserfahrungen mit dieser Technologie zurückgreifen: 2005 entwickelten sie für das Rallye-Werksteam von Ford die Radaufhängung des Ford Focus RS World Rally Cars, das anschließend zwei Konstrukteurs-Weltmeisterschaften in Folge errang.

Auf diesem extremen Einsatzgebiet sammelten die Fahrwerksspezialisten in kurzer Zeit umfassende Daten und Informationen von unschätzbarem Wert für die Funktion und Belastbarkeit der „Revo“-Vorderachse in einem Hochleistungs-Straßenfahrzeug. „Zwischen dem, was wir für die Rallye-WM-Einsätze entwickelt haben, und dem neuen Ford Focus RS besteht in der Tat ein unmittelbarer Zusammenhang“, bestätigt Simon.

Grundelemente der „Revo“-Technologie
Angesichts seines enormen Fahrleistungs-Potenzials ist der RS das einzige Modell innerhalb der Ford Focus-Baureihe, das zur Führung der Vorderräder anstelle der klassischen McPherson-Federbein-Konstruktion auf eine stark modifizierte Version setzt – die „Revo“-Achse. Ihre maßgeblichste Besonderheit: Der sonst aus einem Stück bestehende Achsschenkel teilt sich in zwei Teile auf – eines fixiert Federbein und unteren Querlenker, das andere rotiert um die Lenkachse des Autos.

Dieser ungewöhnliche Ansatz gewährt den Ingenieuren einen größeren Spielraum, um lästige Motormomenteinflüsse auf die Lenkung durch die angepasste Geometrie der vorderen Radaufhängungen zu reduzieren. Ähnlich einer Doppelquerlenker-Konstruktion erlaubt sie es zum Beispiel, den kritische Abstand zwischen dem Radmittelpunkt und der Lenkachse – den sogenannten Störkrafthebelarm– auf weniger als die Hälfte dessen zu minimieren, was bei einem konventionellen McPherson-Layout mit Breitspur-Fahrwerk möglich wäre. Weitere Änderungen: umfangreichere Anpassungen der Sturz- und Nachlaufwerte des Rades sowie der Spurweite, ohne dass hierfür die gesamte Fahrzeugarchitektur neu konstruiert werden muss.

„Dank der ,Revo‘-Achse übernehmen das Federbein und der untere Querlenker die grundlegende Führung des Rades und der Radgeometrie“, betont Densing. „Zugleich wartet sie mit einer separaten Lenkachse auf, wodurch diese näher an den Radmittelpunkt rückt.“

Ford „Revo“-Achskonstruktion: Patentierte Innovation
Die Integration der „Revo“-Achse in das bewährte, auf McPherson-Federbeinen basierende Vorderachs-Layout des Ford Focus stellt eine technische Innovation dar, die sich Ford patentrechtlich geschützt hat. Hierbei ist es vor allem die zusätzliche Verbindung zwischen dem „Revo“-Achsschenkel und dem vorderen Stabilisator, die maßgeblich für die hohe Unempfindlichkeit gegen Rotationen verantwortlich zeichnet.

„Die ,Revo‘-Achse dient als schnörkelloses Beispiel für moderne Fahrwerks-Technologie, die innerhalb eines entsprechenden Umfelds geradezu prädestiniert ist für Hochleistungs-Fahrzeuge“, fasst Marc Simon zusammen. „Ihr Funktionsprinzip mag vielleicht etwas wissenschaftlich klingen – in der Praxis verbessert sie das dynamische Fahrverhalten enorm.“

Pfiffig: Mechanische Heransgehensweise an die „Revo“-Achse
Um die Traktion in unterschiedlichsten Situationen zu verbessern, hat Ford die „Revo“-Technologie des frontgetriebenen RS mit einem ebenso fortschrittlichen Quaife-Sperrdifferenzial verknüpft. Dessen Planeten-Design nutzt die mit steigender Drehzahl zunehmende Reibungshaftung der Gangräder. Dank intensiver Feinabstimmung setzt seine Sperrwirkung sanft und ohne ruppige Verlagerung des Drehmoments ein.

Im Vergleich zu elektronischen Optionen wie zum Beispiel der Begrenzung des Drehmoments über das Motormanagement oder der Beeinflussung der elektrisch geregelten Servolenkung – die Antriebseinflüsse durch automatisches Gegensteuern kaschiert – stellt die mechanisch arbeitende Quaife-Differenzialsperre zweifellos eine wesentlich aufwändigere Lösung dar. Für die Experten des TeamRS war sie für den Ford Focus RS dennoch erste Wahl.

„Wir fanden es nicht sehr spannend, die Drehmoment-Einflüsse auf die Lenkung künstlich zu übertünchen oder die Performance des Fahrzeugs bis auf ein beliebiges Niveau zurückzunehmen“, betont Simon. „Wir haben uns lieber darauf konzentriert, die Antriebseinflüsse selbst auf ein akzeptables Maß zu minimieren, und auf diese Weise dem Ford Focus RS die volle Leistungsfähigkeit bewahrt.“

Die Bedeutung der hochmodernen „Revo“-Achse für den neuen Ford Focus RS kann auch John Wheeler zusammenfassend nur nochmals unterstreichen: „Lange Zeit galten Heck- oder Allradantrieb für Hochleistungsfahrzeuge mit starkem Drehmoment als unverzichtbar. Auch wir haben in den 80er und 90er Jahren für RS-Modelle auf Vierradantrieb zurückgegriffen, doch diese Wahl brachte immer auch große Nachteile in Form von Gewicht, gestiegenem Kraftstoffverbrauch und einer verschlechterten Kosten/Nutzen-Balance mit sich. Durch die gemeinsame Anstrengung unserer Entwickler und Fahrdynamik-Experten steht uns nun eine Lösung zur Verfügung, die schlicht und ergreifend unser bisheriges Wissen über die Leistungsfähigkeit des Frontantriebs revolutioniert.“

Dirk Densing: „Die ,Revo‘-Achskonstruktion erlaubt umfangreiche Einstellmöglichkeiten, wie sie sonst nur Doppel-Querlenker-Layouts von Rennwagen offerieren, in Kombination mit einer preisgünstigen McPherson-Architektur.“

Kraftvolle Bremsen
Den extrem sportlichen Fahrleistungen des Ford Focus RS bietet die üppig dimensionierte Bremsanlage sicher Paroli. Für die Vorderräder kommen innenbelüftete Scheiben zum Einsatz, die einen Durchmesser von 336 Millimetern und einen Querschnitt von 30 Millimeter besitzen. Die extra versteiften Bremssättel kommen mit einem Bremskolben aus, der 60 Millimetern misst. An der Hinterachse versehen 300-Millimeter-Scheiben mit einer Dicke von 11 Millimetern Dienst. Gemeinsam mit einem Tandem-Bremskraftverstärker sowie speziellen Bremsbelägen, die sich durch einen besonders hohen Reibbeiwert auszeichnen, ermöglicht dieses System imposante Bremsverzögerungen von bis zu 1,2 g, also dem 1,2-fachen der Erdbeschleunigung. In Zahlen ausgedrückt: Der neue Ford Focus RS kommt aus 100 km/h nach gerade mal 34,8 Metern zum Stehen.

Ein Antiblockier-Bremssystem mit elektronischer Bremskraftverteilung EBD (Electronic Brake force Distribution) zählt ebenso zur Serienausstattung wie ein elektronisches Sicherheits- und Stabilitätsprogramm (ESP). Für den Ford Focus RS erhielt es jedoch eine dynamisch orientierte Abstimmung, die eine sportliche Fahrweise zulässt, bevor die Assistenzsysteme schützend eingreifen.

„In manchen Automobilen schränkt das ESP den Fahrspaß ein“, erläutert Dirk Densing. „Nicht selten wird es auch dazu benutzt, Fahrwerksschwächen zu überspielen. Im Ford Focus RS hingegen greift dieses Sicherheitssystem erst spät und kurz ein. Die Rücknahme der Motorleistung erfolgt für den Fahrer kaum merklich, selbst auf regennasser Straße oder beim Einsatz auf Rennstrecken greift die Bremse nur selten ein.“

Auf Wunsch lässt sich das ESP auch komplett deaktivieren, etwa für die Fahrt über abgesperrte Pisten. Unbedingt notwendig, um Zeitvorteile zu erlangen, ist dies laut Densing jedoch nicht: „Dank der präzisen Abstimmung, die wir gefunden haben, umrunden unsere profesionellen Testfahrer sogar die anspruchsvolle Nordschleife des Nürburgrings mit ESP ebenso schnell wie ohne.“

Highperformance-Abstimmung
Die fortschrittliche „Revo“-Technologie kombinierten die Fahrdynamik-Spezialisten des Ford TeamRS mit dem bewährten Fahrwerks-Layout des Ford Focus, das sich nicht zuletzt dank der Schwertlenker-Hinterachse mit ihren einzeln geführten Rädern durch ein bemerkenswert hohes Maß an Fahrstabilität und besonders ausgewogene Fahreigenschaften auszeichnet.

„Die grundlegenden Vorteile, die der Ford Focus von Haus aus in Sachen Agilität, Sicherheitsreserven und Rückmeldungen an den Fahrer mitbringt, boten eine ideale Basis für die Entwicklung eines Hochleistungs-Fahrzeugs“, bestätigt Densing. „Genau genommen sind es nur kleinere Modifikationen, die die Abstimmung des Ford Focus RS ausmachen.“

Dies bedeutet vor allem: Die strafferen Fahrwerksfedern fallen im Vergleich zum ST-Modell um 20 Millimeter kürzer aus und erhielten zugunsten eines sportlicheren Fahrverhalten stärkere Federraten – an der Hinterachse zum Beispiel um 40 Prozent. Für einen verbesserten Grip und eine stabilere Eigenlenk-Charakteristik sorgen verlängerte Querstabilisatoren mit einem auf 24 Millimeter erweiterten Durchmesser. Zugleich legte die Spur an der Vorder- und Hinterachse jeweils um 40 Millimeter zu; auch dies lässt den RS noch satter und stabiler auf der Straße kauern. Zu guter Letzt setzten die Fahrdynamik-Ingenieure den vorderen Fahrwerksrahmen – der auch die komplette Antriebseinheit aus Motor und Getriebe trägt – um 20 Millimeter tiefer an, um auf diese Weise das Rollzentrum des Fahrzeugs nochmals abzusenken.

Die unverwechselbare RS-Charakteristik des sportlichen Topmodells der Ford Focus-Baureihe allerdings geht auf unzählige Detailmodifikationen zurück, in denen sich das ganze Know-how der Fahrwerksspezialisten des TeamRS widerspiegelt. So ermöglichen zum Beispiel überaus verwindungssteife Achsschenkel aus Gusseisen und großzügiger dimensionierte Radlager an der Hinterachse nochmals höhere Querbeschleunigungen. Zugleich reduzieren sie Abweichungen des Sturzwinkels, die sich negativ auf das agile Fahrverhalten eines Highperformance-Automobils auswirken könnten, auf ein Minimum.

Ähnliches gilt auch für die Abstimmung des hinteren Querstabilisators. Er spricht im Ford Focus RS nochmals schneller an und hält unerwünschte Rollbewegungen der Karosserie um die Längsachse zuverlässig unter Kontrolle. Generell erhielten die elasto-kinematischen Elemente der Hinterachse eine steifere Auslegung, um Bewegungs-Toleranzen einzuschränken – auch dies wichtige Faktoren, die die Fahreigenschaften positiv beeinflussen und für ein spontaneres Einlenken mit eindeutigen Rückmeldungen an den Fahrer sorgen.

Als i-Tüpfelchen entwickelte Fahrwerksexperte David Put in enger Zusammenarbeit mit den Reifenspezialisten von Continental einen 19-Zoll-Pneu der Niederquerschnitt-Dimension 235/35, der eine außergewöhnliche Straßenlage mit enormem Grip in Kurven kombiniert und so die Charakteristik des Ford Focus RS nochmals unterstreicht.

„All diese Maßnahmen verfolgen nur ein Ziel: Sie ermöglichen ein bemerkenswert direktes Fahrverhalten und eine extrem hohe Kontrollierbarkeit in Kurven, der böse Überraschungen für den Fahrer fremd sind“, so Densing. „Auf der Rennstrecke überzeugt der RS mit einem exakten, stets berechenbaren Handling.“

Fahrdynamik mit besonderer Präzision
Besonders dynamische Fahreigenschaften zählen längst zu den unverwechselbaren Attributen moderner Ford. Sie basieren auf vier Säulen, die je nach Modell unterschiedlich gewichtet werden: Fahrstabilität, Präzision, Agilität und Komfort.

Für reine Rennwagen spielt der Komfort eine stark vernachlässigbare Bedeutung. Auch die Besitzer und Fahrer des neuen Ford Focus RS sind bereit, zugunsten flinker Richtungswechsel, exaktem Einlenken und eines verbesserten Geradeauslaufs bei hohen Geschwindigkeiten ein Stück weit auf die ausgewogenen Federungseigenschaften zu verzichten, die diese Baureihe sonst kennzeichnet. Dennoch nahmen die Fahrwerks-Ingenieure von Ford die Herausforderung an, auch dieses Modell mit einem Komfort auszustatten, der alle Anforderungen des täglichen Straßenverkehrs erfüllt.

„Der Ford Focus RS unterscheidet sich von seinem Schwestermodell ST durch einen eigenständigen, nochmals sportlicher ausgerichteten Charakter “, erläutert Wheeler. „Er erfüllt, wenn gefordert, sogar die hohen Ansprüche echter Sportfahrer. Trotzdem wartet er mit völlig akzeptablen Umgangsformen auf und ist ein unproblematischer Begleiter im Alltag. Aus fahrdynamischer Sicht verlangt dies eine feine Balance zwischen unverwässerter Rennstrecken-Performance und kontrollierter Präzision, wie sie auf unterschiedlichsten Straßenqualitäten gefragt ist.“

Steht das ausgefeilte Fahrwerks-Setup in Verbindung mit den Vorteilen der „Revo“-Vorderachse als Garant für das ausgezeichnete Handling, konzentrierten sich die Dynamikspezialisten des Ford TeamRS auf das überaus agile und exakte Einlenkverhalten des Ford Focus RS. Dank des besonders genau geführten Nachlaufwinkels der Vorderräder reagiert der Fronttriebler zum Beispiel auf Gaspedallupfen ausgesprochen direkt mit einer Tendenz zum Eindrehen. Die elektro-hydraulische Lenkunterstützung EHPAS (Electro-Hydraulic Power Assist Steering) entspricht dieser Charakteristik durch eine kürzer abgestimmte Lenkübersetzung von 13,2:1 (Ford Focus ST: 14,7:1). Mit gerade mal 2,32 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag sorgt sie für ein nochmals knackigeres Lenkgefühl und geringeren Lenkaufwand bei Kurvenfahrt.

Geradezu entscheidend auf die sportlichen Eigenschaften eines Highperformance-Fahrzeugs wirkt sich auch das Gewicht aus. Dank der „Revo“-Vorderachs-Technologie – die den Einsatz eines schweren Allradantriebs erübrigt – und zahlreichen Detailoptimierungen bringt der neue Ford Focus ST lediglich 1.467 Kilogramm auf die Waage. Trotz der größeren 19-Zoll-Räder, üppig dimensionierter Reifen und Bremsen, dem Quaife-Sperrdifferenzial sowie unterschiedlichen Aerodynamik- und Belüftungselementen bedeutet dies im Vergleich zum 3-türigen ST eine Zunahme von nur 75 Kilogramm.

„Sicherlich fühlt sich der Ford Focus RS schneller an, vor allem aber wirkt er schärfer und begeistert mit viel direkteren Rückmeldungen“, präzisiert David Put. „Dies spiegelt sich einerseits in verbesserten Bremsleistungen wider, der größere Grip ermöglicht aber auch höhere Querbeschleunigungen. Im Zusammenspiel mit dem exakteren Einlenkverhalten kann der RS mehr Speed in und durch die Kurve mitnehmen. Dank schnellerer Lastwechsel reagiert er auf winkligen Straßen oder Rennstrecken unmittelbarer auf Richtungsänderungen, sodass der geübte Fahrer früher aus Kurven herausbeschleunigen und den Wagen auch mit dem Gasfuß auf der Ideallinie halten kann.“

Ausgefeilte Aerodynamik
Großes Augenmerk widmeten die Fahrdynamik-Spezialisten des Ford TeamRS der Aerodynamik des sportlichsten aller Ford Focus. Als Basis diente dabei die serienmäßige Karosserie, die selbst bei hohen Geschwindigkeiten mit nur geringen Auftriebswerten im Bereich der Vorder- und Hinterachse aufwartet – und auf diese Weise eine hervorragende Grundlage bietet.

„Die Aerodynamik spielt heute bei allen Automobilen eine große Rolle. Zumeist geht es aber darum, unnötigen Auftrieb zu vermeiden“, erläutert Dirk Densing. „Dank seines hochentwickelten Aerodynamik-Pakets entwickelt der neue Ford Focus RS bei Rennstrecken-Tempi jedoch echten Abtrieb. Dabei haben wir unsere Computer-Simulationen nach tausenden von Testkilometern so weit verfeinert, bis wir die richtige aerodynamische Balance bei nur geringfügig erhöhtem Luftwiderstand fanden.“

Vorrangiges Ziel: den vom Fahrtwind verursachten Auftrieb in einen ausgewogenen Abtrieb zu verwandeln, der den Ford Focus RS bei höheren Geschwindigkeit mit größerem Druck auf die Straße presst und auf diese Weise die Richtungsstabilität verbessert. Zugleich kommt es aber auch darauf an, das aerodynamische Zentrum des Abtriebs weiter nach vorn in Richtung des Schwerpunktes zu verlagern, ohne dass dabei der Luftwiderstand und damit auch die Endgeschwindigkeit über Gebühr beeinträchtigt wird.

Die Maßgabe der Ingenieure lautete: eine Verbesserung des Abtriebs vorn um 40 und hinten um zehn Punkte. Nach intensiver Arbeit im Windkanal konnten die Aerodynamiker diese Aufgabe sogar übererfüllen. Die von ihnen entwickelten Luftleitelemente optimieren die aerodynamische Performance des neuen RS im Vergleich zum ST um durchschnittlich 26 Punkte. Dieser Fortschritt geht einher mit einem Luftwiderstandsbeiwert von cW = 0,38.

Der umfangreiche Abstimmungsaufwand, der auch mehr als 400 Runden oder über 8.000 Kilometer auf der gefürchteten Nürburgring-Nordschleife umfasste, zahlt sich in der Praxis aus: Der Ford Focus RS gehört nicht nur bei Geradeausfahrt zu den ganz Schnellen im Land, sondern setzt auch auf kurvigen Kursen Maßstäbe – zum Beispiel durch eine neue absolute Bestzeit auf der berüchtigten „Route 7“ in Lommel, dem belgischen Testgelände von Ford Europa. Dass er dabei den Supersportwagen Ford GT vom Thron stieß, unterstreicht einmal mehr das enorme fahrdynamische Potenzial des Fronttrieblers.

Zugleich betont der Ford Focus RS nochmals die einzigartige Reputation, die diese so erfolgreiche Kompaktbaureihe genießt – Automobile für begeisterte Autofahrer hervorzubringen. Wagen, die großen Fahrspaß bieten, die den Führerscheinneuling unterstützen und den Routinier für sein Können belohnen.
 
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4. Der neue Ford Focus RS – das Design

„Der neue Ford Focus RS bot uns die Gelegenheit, das ,kinetic Design‘ von Ford bei einem Highperformance-Fahrzeug anzuwenden – also in einem Bereich, in dem die Form noch eindeutiger die Funktion unterstützen muss. Die praktischen Anforderungen, die solch eine Hochleistungsmaschine an uns stellt, haben wir in ein ebenso homogenes wie stimmiges und kraftvolles Design umgesetzt. Ein Design, das klar macht, dass es sich bei diesem Automobil um den ultimativen Ford Focus handelt.“
Martin Smith, Executive Director of Design Ford of Europe, Asia Pacific & Africa

Mit seinem beeindruckenden Karosserie-Design unterstreicht der neue Ford Focus RS auch optisch seinen Anspruch, das ultimative Hochleistungs-Fahrzeug seiner Generation von Ford zu sein.

„Das ,Ford kinetic Design‘ bringt die dynamischen Qualitäten eines Fahrzeugs auch visuell zum Ausdruck und vermittelt dabei jeweils ein Gefühl für den Fahrspaß, den die einzelnen Modelle bieten“, betont Martin Smith, Executive Director of Design Ford Europa. „Dabei rückt unsere Formensprache die individuelle Persönlichkeit einer jeden Baureihe in den Vordergrund: Der Mondeo erfüllt den höchsten Premium-Anspruch, der Fiesta ist besonders modisch-schick, der Ka tritt ausgesprochen freundlich auf – und der Ford Focus RS übernimmt schlicht und ergreifend die Rolle des ultimativen Sportlers.“

Nicht nur in puncto Technik lässt sich der RS durch die Erfolge von Ford in der Rallye-Weltmeisterschaft inspirieren. Auch optisch orientiert sich das sportliche Topmodell an dem spektakulären „World Rally Car“, mit dem Ford zweimal in Folge den Konstrukteurs-Titel errungen hat – abzulesen insbesondere an dem riesigen unteren Lufteinlass vorn, dessen schwarz-schimmernde Gestaltung in Form eines gespiegelten Trapez ganz unmittelbar an das Arbeitsgerät von Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala erinnert. Dabei übernimmt das Design der Straßenversion nicht nur aus diesem Blickwinkel Prinzipien aus dem Motorsport.

Auch die hohen Ansprüche, die der neue Ford Focus RS an die Aerodynamik und die Kühlluftzufuhr stellt, verlangen nach einem ganz speziellen Design, das automatisch für eine deutliche Differenzierung zu den übrigen Serienmodellen dieser Baureihe sorgt. Dabei genügt es nicht, der Standardkarosserie einzelne Veränderungen aufzupropfen. Tatsächlich haben die Formgestalter des TeamRS praktisch jedes einzelne Element der Außenhaut modifiziert, um dem Ford Focus das charakteristische RS-Design angedeihen zu lassen.

Das Ergebnis ist ebenso so dramatisch wie schlüssig. Markant modifizierte Front- und Heckschürzen mit entsprechend modellierten Seitenschwellern lassen den Ford Focus RS auch optisch deutlich flacher und sprungbereiter am Boden kauern. Weit ausgestellte Radläufe vorn und hinten sowie die Entlüftungsöffnungen auf den Flanken verstärken den muskulösen Auftritt. All diese Details werden allerdings von einem speziellen Feature nochmals übertroffen: dem imposanten Dachspoiler. Auch er stellt eine unmittelbare Ableitung vom Ford Focus WRC dar und hebt sich – ebenso wie die anderen notwendigen Aerodynamik-Hilfsmittel – von der übrigen Karosseriefarbe durch eine Lackierung in glänzendem Schwarz klar erkennbar ab.

Seine Eigenständigkeit stellt der RS aber auch durch zahlreiche kleinere, subtiler gestaltete Design-Elemente unter Beweis. Hierzu gehören zum Beispiel:

zwei Entlüftungsöffnungen in der Motorhaube und kleinere Lufteinlässe unterhalb der Hauptscheinwerfer, die das Performance-Potenzial des Fahrzeugs zusätzlich unterstreichen und die typische Ford Focus-Silhouette betonen;
dreidimensional wirkende RS-Logos unter anderem im oberen vorderen Kühlergrill, auf den Entlüftungsschlitzen der Kotflügel, der Heckklappe sowie den Radnaben, die auf die besondere Historie dieser Fahrzeugfamilie verweisen;
19 Zoll hohe Leichtmetallräder im 15-Speichen-Design, die den Look ihrer Pendants aus der Rallye-Weltmeisterschaft widerspiegeln.
„Denken Sie nur an einen Ford Focus WRC, der über eine Wertungsprüfung der Rallye Monte Carlo pfeilt“, empfiehlt Martin Smith. „Er ist auf den ersten Blick an seiner eigenständigen Front-Grafik, den ausgestellten Radläufen und der prägnanten Lackierung erkennbar. Wir wollten, dass sich der Ford Focus RS durch eine vergleichbare Unverwechselbarkeit auszeichnet.“

Aerodynamik im Mittelpunkt der Gestaltung
Design heißt: Die Form richtet sich in erster Linie an der Funktion aus – im Gegensatz zu reinem Styling. Auch die charakteristischen Gestaltungselemente des Ford Focus RS übernehmen eine wichtige Aufgabe: Sie organisieren den Luftstrom entlang des Autos und in den Motorraum.

„Ein Hochleistungsfahrzeug wie der Ford Focus RS zeichnet sich durch einen viel größeren Kühlluftbedarf und eine kompliziertere Luftführung aus als ein normales Serienmodell“, betont Stefan Lamm, Leiter Exterieur-Design. „Zugleich sorgt seine flacher und breiter gestaltete Karosserie nicht nur für einen imposanteren Auftritt, sondern reduziert im Vergleich zum ST den Auftrieb und generiert sogar relevanten aerodynamischen Abtrieb – ein fundamentaler Vorteil für sportliches Handling bei hohen Geschwindigkeiten.“

Um die Form und die Funktion des neuen Ford Focus RS von Beginn der Entwicklung an perfekt unter einen Hut zu bringen, arbeitete das TeamRS mit den Designern und Aerodynamik-Spezialisten von Ford Hand in Hand. So unterzogen sie die Frontschürze, den doppelblättrigen Dachspoiler und den Venturi-Einsatz in der Heckschürze aufwändigen Windkanaltests, um die ehrgeizigen Aerodynamikziele ebenso wie die Anforderungen an die Kühlung zu erfüllen.

Ein Beispiel: Die mächtige vordere Luftöffnung greift jene bekannte Trapezform auf, die alle Ford Focus-Modelle kennzeichnet. Ihre genaue Gestaltung und jene des tragenden Querbalkens jedoch wurde präzise auf den Kühlbedarf des Autos abgestimmt. Zugleich übernimmt die als „Splitter“ ausgeführte Unterkante des in glänzendem Schwarz abgesetzten Karosserie-Elements wichtige aerodynamische Aufgaben – sie kanalisiert den Luftstrom unter dem Fahrzeug in Richtung der bis ins Detail modellierten Venturi-Heckschürze. Gewünschter Effekt: Auf diese Weise entsteht ein Unterdruck, der bei hohen Geschwindigkeiten Abtrieb erzeugt.

Auch bei der Gestaltung des doppelblättrigen Heckspoilers griffen die Aerodynamiker auf Erfahrungen des Rallye-WM-Werksteams zurück. Er bezieht seine enorme aerodynamische Effizienz durch die präzise Definition der Höhe, seiner Positionierung und des Rampenwinkels seiner Flügel.

„Sicher erwarten unsere Kunden von ihrem Ford Focus RS, dass er einen Heckspoiler trägt“, führt Lamm aus. „In diesem Fall handelt es sich allerdings um ein bis ins Detail präzisiertes Luftleitelement, das eine aerodynamische Balance garantiert. Denn an der Front generiert der vordere Splitter eine so große aerodynamische Wirkung, dass andernfalls bei hohen Geschwindigkeiten das Heck leicht werden und ein nervöses Handling verursachen könnte. Ein echtes Hochleistungsfahrzeug wie der Ford Focus RS zeichnet sich nicht zuletzt auch durch die aerodynamische Effizienz seines Designs aus.“

Unverwechselbare Lackierungen
Kraftvolle Farben sind besonders ideal, um das starke und vom Motorsport inspirierte Design eines neuen Modells zu unterstreichen. Diese Erfahrung hat Ford mit dem vornehmlich in Metallic-Blau ausgelieferten Vorgängermodell des neuen Ford Focus RS, insbesondere aber mit dem aktuellen Ford Focus ST gewonnen: Er ist mit und durch den geradezu charakteristischen Lackton „Electric Orange“ bekannt geworden. Diese positive Reaktion bestärkte das Designteam von Ford, auch für den neuen RS eine unverwechselbare Leitfarbe zu bestimmen. Ihre Wahl: das neue „Ultimate Green“. Es wurde inspiriert von der Lackierung des Ford Focus RS WRC aus der Rallye-Weltmeisterschaft, stellt zugleich aber auch eine Hommage an den Teamsponsor BP dar und erinnert sogar an das klassische Le Mans-Grün des Escort RS1600 aus den 70er Jahren.

„Der Ford Focus RS ist ein Auto, das Aufmerksamkeit erregen will – und die Auswahl des Lacktons spielt dabei eine wichtige Rolle“, erläutert Lamm. „Die Farbe kann sogar als markenprägendes Element dienen, wie der Ford Focus ST bewiesen hat. Für den neuen RS haben wir eine energiegeladenere, grellere Nuancierung gesucht und mit ,Ultimate Green‘ gefunden. Es fängt den Geist und die Kraft dieses Modells geradezu vorbildlich ein.“

Alternativ steht der neue RS aber auch in den Lacktönen „Frost-Weiß â€œ oder „Indianapolis-Blau“ zur Auswahl, der Symbolfarbe des Ford Focus RS erster Generation. In beiden Fällen werden gestalterische Elemente des Interieurs entsprechend angepasst.

Innenraum-Design mit Highperformance-Anspruch
Das sportlich gestaltete Interieur des neuen Ford Focus RS begeistert mit einer Kombination aus formvollendetem Design und hochwertiger Qualität. Im Mittelpunkt: edle Sportsitze des deutschen Herstellers Recaro, die langstreckentauglichen Komfort mit bemerkenswertem Seitenhalt verbinden. Die Bezugsstoffe bestehen aus einer speziellen Microfaser, wie sie auch im Motorsport bevorzugt zum Einsatz kommen. Werden die Innenseiten der Sitzwangen farblich auf die Karosserielackierung abgestimmt, so schmückt schwarzes Leder die Außenseiten. Die Rücklehnen werden jeweils von den Premium-Logos „RS“ und „Recaro“ geziert. Ebenso sportlich konturiert wie das vordere Gestühl präsentieren sich auch die beiden hinteren Einzelplätze des Viersitzers. Optional steht auch eine Vollleder-Ausstattung in Schwarz zur Verfügung.

Überhaupt spielten farbliche Akzente bei der Ausgestaltung des RS-Innenraums eine grundlegende Rolle. Entsprechend den Metallic-Tönen „Ultimate Green“ und „Indianapolis-Blau“ dient dabei ein kraftvolles Grün oder ein sattes Blau als Leitfarbe. Wird der Ford Focus RS in „Frost-Weiß“ geordert, hat der Kunde die freie Wahl zwischen beiden Interieur-Ausrichtungen.

Die hohe Wertigkeit des Highperformance-Topmodells spiegelt sich auch in vielen Verarbeitungsdetails wider. So weist die Verkleidung der Mittelkonsole zum Beispiel ein Finish im Karbon-Look auf, während die ovalen Lüftungseinlässe ebenso wie die Türöffner, der Schalthebel, die Handbremse und der Zierrahmen der Schaltkulisse von einer Aluminium-Optik geziert werden. Diese Highlights stehen gemeinsam mit den hochglänzenden, von einem RS-Logo geschmückten Einstiegsleisten in spannendem Kontrast zur mattschwarz abgesetzten Dachverkleidung, die den sportlichen Anspruch dieses Hochleistungs-Fahrzeugs nochmals betont.

Dass der Fahrer einen eher ungewöhnlichen Ford Focus pilotiert, signalisieren ihm auch die unterschiedlichsten Bedienelemente – allen voran das attraktiv gestaltete und grifffreundlich dick gepolsterte Dreispeichen-Sportlenkrad mit integrierter RS-Signatur, die Aluminium-Fußpedalerie oder der Schalthebel des 6-Gang-Getriebes. Dessen Schaltschema wurde stilecht in RS-Blau eingraviert. Darüber hinaus sorgt eine Schaltweg-Verkürzung für noch knackigere und präzisere Gangwechsel. Zu guter Letzt informieren drei elegant in die Oberseite des Armaturenbretts integrierte und auf den Fahrer ausgerichtete Zusatzinstrumente über wichtige Motor-Parameter wie zum Beispiel den Ladedruck.

„So wie die Karosserie des Ford Focus RS sportliche Akzente setzt, wartet auch das Interieur mit einem entsprechenden Ambiente auf“, erläutert Martin Smith. „Die Microfaser der Sitze zum Beispiel lässt den Seitenhalt für die Passagiere auf sympathische Art greifbar werden, und auch die ,Recaro‘-Logos auf den Rücklehnen weisen auf den authentischen Motorsport-Hintergrund des neuen Modells hin.“

Modernisiertes „RS“-Signet
Mit seinem attraktiven Design spricht der neue Ford Focus RS eine moderne Generation von Autobesitzern an, deren Interesse ausgesprochenen Hochleistungsfahrzeugen gilt. Um ihren Geschmack in allen Details zu treffen, erhielt auch das RS-Logo eine behutsame Überarbeitung – zum ersten Mal in der 38-jährigen Historie dieses legendären Signets. Es zeichnet sich fortan durch eine kraftvollere Grafik und eine stärkere Identität aus, die Chromeinfassung wurde dezenter gestaltet.

„Der Ford Focus RS stellt die maximale Ausprägung des Ford kinetic Design dar, denn er präsentiert auch optisch die ultimative Performance-Version dieser erfolgreichen Baureihe“, resümiert Martin Smith. „Aus meiner Sicht spitzt die RS-Variante das Potenzial des Ford Focus endgültig zu und läutet auf diese Weise ein ganz neues Zeitalter für diese Ikone unter den sportlichen Topmarken ein.“



5. Der neue Ford Focus RS – die Alltagstauglichkeit

„Die Käufer des neuen Ford Focus RS stellen gegensätzliche Erwartungen an dieses Sportmodell: Es muss sich auf der Rennstrecke ebenso zu Hause fühlen wie im täglichen Berufsverkehr.“
John Wheeler, Chief Programme Engineer Ford Focus RS

Als sportliches Topmodell der Ford Focus-Baureihe fasziniert der RS mit seiner schieren Kraft und außergewöhnlichen Fahrleistungen. Zugleich überrascht die Highperformance-Version aber auch im gewöhnlichen Straßenverkehr mit bemerkenswert ausgewogenen Alltags-Eigenschaften.

Sportlich ein Hingucker, unauffällig im Verbrauch
Die große Liebe zum Detail, mit der die Spezialisten des TeamRS die dynamische Spitzenvariante des erfolgreichen Kompaktklässlers von Ford in puncto Aerodynamik, Antrieb, Kraftübertragung und Fahrwerks-Setup optimierten, kam nicht nur dem Temperament und der Agilität dieses Modells zugute. Sie wirkte sich auch auf den Kraftstoffverbrauch und die Abgasemissionen dieses Hochleistungssportlers vorteilhaft aus.

Trotz seiner immensen Motorleistung von 224 kW (305 PS) begnügt sich der Ford Focus RS im europäischen Verbrauchszyklus (EU 80/1268/EEC) mit einem Benzinkonsum von lediglich 9,4 Liter Super plus pro 100 Kilometer – angesichts der einzigartigen Performance des Fronttrieblers ein Beweis für seine beeindruckende Effizienz. In Kombination mit dem von 55 auf 62 Liter vergrößerten Tank ergibt sich so eine Reichweite von rund 660 Kilometern. Der CO2-Ausstoß beschränkt sich auf 225 Gramm/Kilometer.

„Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass die faszinierenden Fahrleistungen des neuen Ford Focus RS mit einem akzeptablen Verbrauch einhergehen“, unterstreicht John Wheeler. „Unter den Automobilen mit mehr als 300 PS Motorleistungen zählt der RS zu den sparsamsten überhaupt.“

Attraktiver Motorklang statt Geräusch
Die besondere Geschmeidigkeit des Antriebs und des Fahrwerks – akustisch oder in Form von Vibrationen wahrgenommen – fasst Ford unter dem Stichwort „SQ&V“ („Sound Quality and Vibration“) zusammen. Dieser sensorischen Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine kam bei der Entwicklung des außergewöhnlich fahraktiven Ford Focus RS naturgemäß eine besonders hohe Bedeutung zu.

So konnten die SQ&V-Ingenieure lästige Geräusche und Schwingungen aus dem Motorraum durch den Einsatz stärkerer Motoraufhängungen und eines speziellen Kippneigungsbegrenzers – der die Bewegungen des Fünfzylinders um rund 20 Prozent reduziert – weiter minimieren. Zugleich kommt im Ford Focus RS das aufwändige Akustikpaket des ST zum Einsatz, das die Übertragung unerwünschter Wind- und Abrollgeräusche auf das Interieur dämpft.

Zeitgleich sorgen unterschiedliche Maßnahmen dafür, dass Fahrer und Fahrgäste in den Genuss einer ebenso attraktiven wie reizvollen Klangkulisse kommen, die dem sportlichen Naturell des RS entspricht. Hierzu erhielt speziell die Ansaugseite ein Feintuning, damit sie vor allem bei hohen Drehzahlen mit einem Motorgeräusch aufwartet, das enthusiastische Automobilisten erfreut. Ein eigens entwickelter „Sound Symposer“ sorgt für die zielgerichtete Übertragung in den Innenraum, während die Sport-Abgasanlage dieses Ford Focus einen angenehm sonoren und für einen RS geradezu charakteristischen Grundton beisteuert.

„Bei einem Hochleistungsfahrzeug wie dem Ford Focus RS spielt der Motorsound eine besonders wichtige Rolle“, so Wheeler. „Dabei ist ein Klangpaket, das mit dem beeindruckenden Temperament dieses Modells harmoniert und das einzigartige Fahrerlebnis unterstützt, von ebenso großer Bedeutung wie das Unterdrücken unerwünschter Geräusche.“

Kompromisslose Insassensicherheit
Der neue Ford Focus RS überzeugt mit der gleichen aktiven und passiven Sicherheit, die für die gesamte Baureihe charakteristisch ist. So erreichte das Kompaktmodell bei seinem Debüt im November 2004 auf Anhieb die 5 Sterne EuroNCAP-Wertungen bei Offset-Frontal- und Seitencrash.

Passive Sicherheit im neuen RS heißt: Zur Serienausstattung des sportlichen Topmodells zählt ein ABS ebenso wie die elektronische Bremskraftverteilung EBD (Electronic Brake force Distribution), das elektronische Sicherheits- und Stabilitätsprogramm ESP sowie weitere Fahrerassistenzsysteme. Garantiert die besonders rigide Sicherheitszelle bei einem Aufprall die strukturelle Integrität des Innenraums, schützen moderne Rückhaltesysteme wie Fahrer- und Beifahrer-Airbags und pyrotechnisch ausgelöste Gurtstraffer die Insassen auf allen vier Sitzplätzen.

Keine Zugeständnisse in puncto Zuverlässigkeit
Neben beispielhaften Fahrleistungen genoss auch die kompromisslose Zuverlässigkeit des neuen Ford Focus RS besondere Priorität. Mit Erfolg: Dank umfangreicher Modifikationen bis ins Detail erreicht auch das Highperformance-Modell in puncto Standfestigkeit das gleiche hohe Niveau, das für die gesamte Baureihe längst als charakteristisch gilt. John Wheeler: „Tatsächlich haben wir für den RS sogar noch strengere Maßstäbe angelegt als für andere Serienversionen, da er sich wie kein zweiter Ford Focus auch für den Einsatz auf Rennstrecken anbietet. Wir sind davon ausgegangen, dass er deutlich intensiver gefordert wird.“

In den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückten die Ingenieure des Ford TeamRS, des Ford Forschungszentrums in Aachen sowie die hauseigenen Fahrdynamik-Experten dabei unter anderem die neu entwickelte „Revo“-Vorderachskonstruktion. Auch diese komplexe Innovation wurde so ausgelegt, dass sie die hohen Qualitätsstandards von Ford erfüllt. Dies bedeutet zum Beispiel im Detail: Die Spurstangen des Ford Focus RS bestehen nicht aus Aluminium, sondern werden aus Stahl geschmiedet. Für die Revo-Achsschenkel selbst kommt robustes Gusseisen zum Einsatz – Modifikationen, die die Belastbarkeit des Fahrwerks deutlich steigern, das Leergewicht des Fahrzeugs aber nur um drei Kilogramm erhöhen.

Ebenfalls hohe Anforderungen hinsichtlich der problemlosen Langlebigkeit erfüllt der Antriebsstrang des Ford Focus RS. So erhielten die Zylinderwände beispielsweise eine spezielle Beschichtung, um den Arbeitsdrücken des größer dimensionierten Turboladers auch unter starker Beanspruchung standzuhalten. Insgesamt investierten die Entwickler mehr als 10.000 Stunden in Zuverlässigkeitstests und unternahmen dabei mehr als 1.000 Prüfstands- oder Fahrzeugversuche, um die einwandfreie Funktion dieses faszinierenden Highperformance-Fahrzeugs jederzeit sicherstellen zu können.

„Mit dem Ford Focus RS können wir unseren Kunden ein Fahrzeug anbieten, das mit höchster Performance aufwartet, ohne dafür die sonst üblichen Kompromisse einzugehen“, bestätigt John Wheeler. „Bei ausgiebigen Hochgeschwindigkeits- und Rennstrecken-Testfahrten – die weit über das sonst übliche Maß hinausgingen – hat er unter Beweis gestellt, dass er ebenso zuverlässig und robust ist wie jeder andere Ford Focus.“

Serienproduktion ohne Sonderlösungen
Der neue Ford Focus RS rollt gemeinsam mit allen anderen Modellvarianten dieser erfolgreichen Kompaktklassen-Baureihe im Ford Werk Saarlouis vom Band. Einzige Besonderheit: Die vorderen Radaufhängungen mit der hochmodernen „Revo“-Technologie werden als vorgefertigte Komponenten eingesetzt, ein Zugeständnis an die um 40 Millimeter verbreiterte Spur des Extremsportlers.

„Der Ford Focus RS ist das perfekte Automobil, um die Erfolge der Marke RS und des Ford Focus zu feiern – ganz gleich, ob in der Rallye-Weltmeisterschaft oder auf dem Markt“, fasst John Wheeler zusammen. „Er ist das schnellste Serienfahrzeug, das Ford Europa je gebaut hat, der kraftvollste RS aller Zeiten und aktuell wohl auch der leistungsstärkste Fronttriebler, den es zu kaufen gibt. Egal, aus welchem Blickwinkel man ihn betrachtet – er ist etwas ganz Besonderes.“



6. Der neue Ford Focus RS – die Geschichte der Marke „RS“

„Das Besondere an jedem neuen RS von Ford liegt in der Erfolgsgeschichte dieser sportlichen Marke und seinen Vorgängermodellen begründet. Auch der neue Ford Focus RS ist wieder ein Fahrzeug für echte Automobilisten und bleibt den grundlegenden Prinzipien aller Ford RS treu – er kombiniert innovative Technologie mit bemerkenswerten Fahrleistungen zu einem erschwinglichen Fahrvergnügen.“
Jost Capito, Director Global Performance Vehicles & Motorsport Business Development

1968: Noch hat kein Mensch seinen Fuß auf den Mond gesetzt, und auch die Concorde wartet als erstes Überschall-Passagierflugzeug auf ihren Premierenflug. Aber Ford Europa, als selbständige Organisation gerade neu gegründet, hat bereits sein erstes „eigenes“ Fahrzeug auf die Räder gestellt – den Escort.

Vor diesem Hintergrund erblickte in Deutschland, allerdings noch ohne allzu großes Aufsehen zu erregen, auch die Marke „RS“ das Licht der Welt: Der 15M RS aus der Modellreihe P6 sowie der 17M RS und 20M RS der Produktlinie P7 gingen im März 68 in Produktion – die ersten Ford, die den Namen „RS“ trugen, wenngleich es für diesen Titel noch überhaupt kein Logo gab.

Zwei weitere Jahre vergingen, bis das Unternehmen – inspiriert von ermunternden Erfolgen im „Rallye Sport“ – das erste wirklich sportliche RS-Modell aus europäischer Fertigung anbot: den Escort RS 1600. Er sollte den eigentlichen Grundstein legen für die nunmehr vier Jahrzehnte umfassende Historie dieser Marke, die seither eine so wichtige Rolle für das sportliche Image von Ford spielt. Bis heute war es gerade mal 22 Serienmodellen vergönnt, dieses Signet im Namen tragen zu dürfen – jedes für sich betrachtet der Top-Performer in seiner Baureihe, stets mit herausragenden Fahrleistungen und einem bemerkenswerten Preis-Leistungs-Verhältnis gesegnet.

RS-Modelle von Ford gab es in praktisch allen Formen und Varianten: mit Front- oder Mittelmotor; allrad-, heck- oder frontgetrieben; mit vier oder sechs Zylindern; als Sauger oder mit Turbomotoren. Insbesondere die jüngeren Modelle profitierten zudem von intensiven Detailverbesserungen im Windkanal – vom flügelbewehrten Sierra RS Cosworth über den Escort RS Cosworth bis hin zum neuen Ford Focus RS. Weitere geradezu charakteristische Merkmale praktisch aller RS: Sie reizten stets die technologischen Möglichkeiten ihrer Zeit aus und bereiteten dadurch die Bühne für erfolgreiche Auftritte im Motorsport. Kaum verwunderlich, dass der Begriff „Ford RS“ immer auch in einem Atemzug mit zahllosen Siegen bei Rallyes und Rundstreckenrennen auf der ganzen Welt genannt wird.

Bereits der erste „echte“ RS, der Escort RS 1600 von 1970, setzte als erster Ford auf Vierventil-Technologie in Verbindung mit zwei obenliegenden Nockenwellen – zur damaligen Zeit ein unerhört modernes Motorenkonzept. Wie viele seiner Nachfolge-Modelle stieg er zum Stammgast in den Siegerlisten aller wichtigen Rennsport-Wettbewerbe auf, gewann zum Beispiel 1972 die bis heute legendäre „East African Safari“-Rallye oder auch die Tourenwagen-Europameisterschaft 1974.

Auch die sportlichen Topmodelle der beliebten Ford Capri-Baureihe, der RS2600 (1970) und der RS3100 (1973), fuhren von Triumph zu Triumph – darunter etwa die Tourenwagen-EM-Titel 1971 und 1972.

Ab Mitte der 70er Jahre übernahm ein anderer RS die Rolle des unangefochtenen Seriensiegers: der auf dem Escort der zweiten Generation („Mark II“) basierende RS2000 mit seinen vier Hauptscheinwerfern, bis heute der meistverkaufte Ford RS aller Zeiten. Im Rallye-Sport gilt dieses Modell sogar als lebende Legende, die 1979 – als RS1800 mit „BDA“-Motor – die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft errang und im gleichen Jahr ebenso wie 1981 den Fahrer-Weltmeistern Björn Waldegard und Ari Vatanen als Einsatzgerät diente.

Mit der Einführung der dritten, nunmehr frontgetriebenen Escort-Generation änderten sich auch für den RS die Vorzeichen. Setzte der RS1600i von 1981 erstmals auf Benzineinspritzung und Schaltgetriebe mit fünf Vorwärtsgängen, so sorgte drei Jahre später der 130 PS starke Escort RS Turbo mit aufgeladenem 1,6-Liter-Motor und serienmäßigem Sperrdifferenzial für Aufsehen.

Die Show stahl ihm jedoch nur wenig später der spektakuläre Ford RS200: Konzipiert als kompromissloser Mittelmotor-Allradler für das damals in der Rallye-WM noch gültige Gruppe B-Reglement, wurde dieser von Ghia mit einem wunderschönen Kunststoffkleid versehene Supersportwagen zwischen 1984 und 1986 in streng begrenzter Stückzahl von lediglich 200 Einheiten hergestellt. Den Antrieb übernahm ein gut 1,8 Liter großer Vierventil-Turbomotor von Cosworth, das besonders verwindungssteife Monocoque-Chassis entsprach mit seiner Aluminium-Honigwaben-Struktur reinster Rennsport-Technologie. Im Wettbewerb über 370 PS stark, konnte der RS200 sein ganzes Potenzial im Rallye-Sport jedoch nicht mehr ausspielen: Ende 1986 endete die heute legendäre Gruppe B-Ära aus Sicherheitsgründen vorzeitig. Als exklusivstes und vergleichsweise teuerstes Ford RS-Modell aller Zeiten gehört der RS200 heute zu den besonders gesuchten Sammlerstücken.

Mit dem Ende der Gruppe B und dem Aufstieg der Gruppe A als neue Motorsport-Topkategorie schlug Mitte der 80er Jahre die Stunde des gut 240 km/h schnellen Ford Sierra RS Cosworth, der als 204 PS starkes Fließheck-Serienmodell mit Heckantrieb („Flügel-Cossie“) mit einem einzigartigen Preis-Wert-Verhältnis überzeugen konnte. Später bot Ford den RS Cosworth auch mit Stufenheck-Karosserie und 220 PS (1988) sowie als Allradler (1990) an. Schnell stellten sich auch in der Rallye-WM Erfolge in Form zahlloser Siege ein.

Als klarer Überflieger erwies sich ab 1987 aber der Sierra RS500 Cosworth. Das speziell für den Rundstreckensport optimierte und in begrenzter Auflage angebotene Derivat blieb für Jahre praktisch unschlagbar, gewann 1987 die Tourenwagen-Welt- und 1988 die Tourenwagen-Europameisterschaft ebenso wie – in den Händen von Klaus Ludwig – die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft (DTM). Um zu verhindern, dass der RS500 jedes einzelne Rennen gewinnt, blieb so manchem Championat zumeist nur der Eingriff ins Reglement.

In den 90er Jahren konzentrierte sich Ford wieder verschärft auf die Königsklasse des Rallyesports und präsentierte 1992 mit dem allradgetriebenen, ab Werk 220 PS starken Escort RS Cosworth das geeignete Basisfahrzeug dafür. Erneut stellten sich schnell bemerkenswerte Erfolge ein, so zum Beispiel der Gewinn der Rallye Monte Carlo im Jahr 1994 durch François Delecour/Daniel Grataloup. Der Escort RS Cosworth bot auch die Basis für die Entwicklung des ersten World Rally Cars (WRC), das 1997 und 1998 das letzte Kapitel in der aufregenden Historie des Ford Escort in der Rallye-WM schrieb.

In diese Phase fiel auch das Marktdebüt zweier aufregender RS-Version des frontgetriebenen Fiesta: Dem RS Turbo von 1990 folgte zwei Jahre später der RS1800, dem der preisgekrönte Ford Zetec 16V-Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen als Antrieb diente. Diese Varianten wurden begleitet von etwas zivileren Versionen des Escort RS2000 mit Frontantrieb (1991) und Allrad-Technologie (1994).

Mit dem für sein Design und eine überlegene Fahrdynamik gerühmten Ford Focus erster Generation revolutionierte die Marke ab 1998 nicht nur das Segment der kompakten Mittelklasse-Fahrzeuge, 2002 feierte auch das „RS“-Signet ein viel beachtetes Comeback in einem Serienmodell. Der serienmäßig mit einem Sperrdifferenzial ausgerüstete Fronttriebler mit dem 215 PS starken 2,0-Liter-Duratec-Turbo faszinierte mit einem unvergleichlichen „World Rally Car“-Feeling für die Straße und erfreute sich großer Nachfrage: Die auf exakt 4.501 Exemplare limitierte Edition war schnell ausverkauft – und stellte damit unter Beweis, wie hoch das Interesse an Hochleistungsmodellen von Ford in Europa ist. Eine Nachfrage, die der von Grund auf neu entwickelte, 224 kW (305 PS) starke Ford Focus RS ab Frühjahr 2009 stillen wird.
 
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